Fliesen 1x1

Fliesen 1x1

Fliese ist nicht gleich Fliese. Es gibt glasierte und unglasierte Fliesen, die hauptsächlich aus Steingut oder Steinzeug hergestellt werden.

Steingutfliesen werden trockengepresst und die Wasseraufnahme ist mit > 10% relativ hoch. Die Fliesenoberseite muss daher immer glasiert sein. Steingutfliesen gelten wegen ihrer Frostunbeständigkeit als typische Wandbeklebung für Innenräume. Die Anwendung als Bodenbelag ist nur dann möglich, wenn die Eignung vom Hersteller zugesichert wird. Spezielle Vorzüge: Hohe Maßgenauigkeit und damit schmale Fugenausbildung, hervorragende Dekorationsfähigkeit, filigrane und elegante Anmutung.

Bordüren sind schmale rechteckige Dekorfliesen (meist in der Breite der Grundfliesen), die wie ein Band z.B. im oberen Bereich einer gefliesten Wand verlegt werden, um die Wirkung des Raumes zu erhöhen.

Fugen sind wichtige Bestandteile eines keramischen Belages - sowohl funktional, z.B. zum Ausgleich von unvermeidlichen kleinen Maßtoleranzen der Fliesen, als auch gestalterisch: Die optisch-taktile Rasterung vermeidet reizlose Monotonie. Der Gesamteindruck wird im Wesentlichen von der Farbe der Fuge und Farbe der Fliese geprägt. Je harmonischer sich die Fuge an die Fliese fügt, desto großflächiger wirkt der Belag. Je kontrastreicher, desto mehr wird das Raster betont. Die klassisch-neutralen Fugenfarben sind grau in allen Nuancen und weiß. Speziell für Bad und Küche gibt es Wasser abweisende Fugenmörtel.

Oft diskutiert: die Breite der Fuge. Sie ist zum einen herstelltechnisch bedingt, zum anderen abhängig von der Anmutung der Fliese: Ein edel-rustikaler Bodenbelag verträgt eine breite Fuge. Ein eleganter Wandbelag dagegen wirkt mit einer schmalen Fuge besonders attraktiv.

Zu unterscheiden sind die Fugenbreiten bei rektifizierten Fliesen und Fliesen mit sog. Presskante:

Während bei rektifizierten Fliesen eine Fugenbreite von 2 mm ausreichen kann, wird für eine Presskante, bzw. unkalibrierte Fliesen eine Mindestbreite von 4 mm empfohlen, um technisch unvermeidliche Maßtoleranzen auszugleichen.

Technisch zwingend erforderlich allerdings sind Dehn- und Randbegrenzungsfugen.

Monokaliber: einheitliches Werkmaß für Fliesen, mit minimalsten Toleranzen, welches durch Kalibrierung bzw. Rektifizierung erreicht wird.

Kaliberangabe auf der Verpackung: erfolgt bei unseren Produkten nicht, denn sie entsprechen der DIN EN14411:2016. Angegeben wird das Herstellungsmaß=Werkmaß sowie das Modulmaß=Nennmaß.

Rektifizierung wird ein Verfahren genannt, in dem die Fliese nach dem Brand auf das gewünschte Maß geschliffen, sowie die Kante leicht angefast wird. Das Ergebnis sind hochgradig maßgenaue Fliesen praktisch ohne Kantenrundung (je nach Oberflächenstruktur). Somit wird ein besonders feines Fugenbild ermöglicht und führt zu einer homogenen Flächenwirkung, insbesondere bei wenig strukturierten Belägen.

Verlegung von Steingut – Wandfliesen: Die Dünnbett – Verlegung ist aufgrund seiner geringeren Feuchtigkeits-Emission zu empfehlen. Je nach verwendetem Kleber/Mörtel wird mit einer Dicke des Bettes von 3 – 8 mm gerechnet. Gemäß DIN 18157 sollte die Kleber-/Mörtelverteilung mit Hilfe einer Kammspachtel gleichmäßig, vollflächig und hohlraumfrei erfolgen. Die Angaben des Bauchemie-Herstellers müssen beachtet werden.

Durchfeuchtung: Wenn Steingut am unglasierten Rand oder der unglasierten Rückseite mit Feuchtigkeit konfrontiert wird, können aufgrund der hohen Wasseraufnahme (>10%) durch die Glasur hindurch Farbveränderungen sichtbar werden, insbes. wenn Farb- oder Schmutzpartikel eingetragen werden. Ein Gegensteuern ist durch eine intakte Fuge, entsprechende Wahl des Fugenmaterials sowie Abdichtung von Armaturen möglich.

Craquele: sind kleine vernetzte Haarrisse in der Glasur. Entstehen können solche Phänomene durch Spannungen zwischen dem keramischen Scherben und der aufgeschmolzenen Glasur. Diese Spannungen wiederum werden durch verschiedene Einflüsse ausgelöst, wie Temperaturschwankungen, Setzen des Mauerwerks usw. Eine absolute Vermeidung von Seiten des Herstellers ist nicht immer möglich. Einen Reklamationsgrund stellen Craquele – Risse nicht dar, die physikalischen Eigenschaften der Fliese sind intakt.

Digitaldruck: Direkt vom Computer übertragene Druckbilder werden im Inkjet-Verfahren auf die Fliese gebracht. Mit diesem berührungslosen Druck generieren wir mehr als 200 Farben und Effekte, eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Motiven, und dies in einer beeindruckenden Auflösung und Qualität.

Nuancierung: Das optische und haptische Erscheinungsbild einer Fliese wird im Entwicklungsprozess zunächst festgelegt. Im Produktionsprozess soll dieses stabil beibehalten werden. Geringste Abweichungen sind aufgrund natürlicher Rohstoffe nicht immer vermeidbar und werden durch Nuancen-=Chargenbezeichnungen gekennzeichnet. Um diese zu erkennen und zu minimieren, werden in der laufenden Qualitätskontrolle genormte Leuchten eingesetzt, für gleichbleibende Lichtverhältnisse zu jeder Jahres- und Tageszeit.

 

Diese Hinweise und Empfehlungen können nur informativen Charakter haben. Wir verweisen auf die aktuell gültigen Gesetze und Richtlinien, unsere AGB, sowie allgemein anerkannten Regeln der Technik.

 

Stand 2018